"Feld-Wald-Weide"


Das "Projekt Feld-Wald-Weide" war das umfangreichste Ökologisierungs- und Forschungsvorhaben auf dem Hof Litzibuch. Ein Teil des betriebseigenen Waldes – insgesamt ca. 9 ha an zwei standörtlich und waldbaulich unterschiedlichen Lagen – sollte aufgelichtet bzw. offen gehalten (Lotharschäden) werden und verschiedene Varianten einer geregelten, extensiven Waldweide für Pferde und Rinder bei gleichzeitiger Produktion von Werthölzern getestet werden. Im Gegenzug sollten auf der landwirtschaftlichen Nutzfläche ertragsäquivalente Anteile extensiviert und ökologisch-landschaftlich aufgewertet werden durch u.a. Bestockung mit kleinen Feldgehölzen und Einzelbäumen, die Anlage von waldrandähnlichen Krautsäumen oder durch eine Wiederherstellung von offenen Gewässern. Kulturland und Wald sollten sich so wieder vermehrt durchdringen können. Aus ökologischer und landschaftlicher Sicht ergeben sich daraus für beide Lebensräume wesentliche Aufwertungen. Wichtig für das Projekt ist die Perspektive, dass die Massnahmen auch ökonomisch eine günstige Bilanz aufweisen dürften.

Das Forschungsvorhaben, das in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen entwickelt wurde, sollte vor allem Grundlagen bereitstellen zur Beurteilung der Möglichkeiten und Grenzen von Waldweiden im Mittelland sowie zur Entwicklung geeigneter Bewirtschaftungsformen.

Das Vorhaben wurde im Jahr 2001 durch einen Förderpreis der Goldenen Lerche ausgezeichnet. Es ist das erste und bisher einzige, das Waldweide – eine noch im vorletzten Jahrhundert überall verbreitete Nutzungsform – im Mittelland ausserhalb von Naturschutz-Vorrangflächen wieder austesten und sie in einen landwirtschaftlichen Rahmen stellen möchte. Das Forschungsgesuch ist derzeit aufgrund des Widerstandes der kantonalzürcher Forstbehörde auf Eis gelegt. Zu den wichtigsten ökologischen und waldbaulichen Fragen, z.B. zur möglichen Vegetationsentwicklung in Abhängigkeit von Ausgangsvegetation, Samenbank und Bodenverhältnissen, fanden im Rahmen einer Diplomarbeit im Jahre 2005 detaillierte Datenerhebungen statt (Kipfer & Bosshard 2007).

Weitere Informationen: -> Ö+L